Einzel- oder Gruppentherapie?

Einzel- oder Gruppentherapie – was ist das Richtige für mich?

Wenn Sie mit Psychotherapie in Kontakt kommen, begegnen Ihnen oft verschiedene Therapieformen: Einzel- oder Gruppentherapie.

In der sogenannten Richtlinienpsychotherapie (Kognitive Verhaltenstherapie, Analytische Therapie, Tiefenpsychologisch fundierte Therapie, Systemische Therapie) sind beide Formen möglich – ebenso wie eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie. Welche Form sinnvoll ist, hängt immer von Ihren persönlichen Anliegen, Zielen und Bedürfnissen ab.

Einzeltherapie hilft bei sehr persönlichen Themen und Wunsch nach geschütztem und individuellem Rahmen

In der Einzeltherapie stehen Sie und Ihre persönliche Situation im Mittelpunkt.
Hier können wir Ihre Lebensgeschichte, aktuelle Belastungen und individuelle Fragestellungen in Ihrem Tempo und mit voller Aufmerksamkeit bearbeiten.

Diese Form eignet sich besonders:

  • bei sehr persönlichen oder sensiblen Themen, 

  • wenn Sie sich zunächst einen geschützten Rahmen wünschen 

  • oder wenn eine intensive individuelle Begleitung im Vordergrund steht

Gruppentherapie profitiert von dem Austausch mit Gleichbetroffenen und dem Gefühl, nicht allein zu sein

Gruppentherapie bietet zusätzlich etwas, das im Einzelsetting so nicht entstehen kann:
den Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen.

Gerade bei häufigen psychischen Belastungen ist Gruppentherapie eine wissenschaftlich fundierte und wirksame Behandlungsform.

Viele Patientinnen erleben dabei:

  • Entlastung durch das Gefühl, nicht allein zu sein

  • neue Perspektiven durch den Austausch

  • Unterstützung und Verständnis innerhalb der Gruppe

Die Wirksamkeit lässt sich u. a. durch die Gruppenwirkfaktoren nach Irvin D. Yalom erklären: Gruppentherapie fördert insbesondere Verbundenheit, gegenseitige Unterstützung, Lernen im Miteinander und emotionale Entlastung, wodurch neue Sichtweisen und Entwicklungsschritte möglich werden (vgl. Yalom & Leszcz, 2020).

Gruppentherapie bedeutet nicht Stuhlkreis und Gefühlsball

Viele Menschen sind zunächst unsicher oder haben Vorbehalte gegenüber Gruppentherapie. „Muss ich dort sofort sehr persönliche Dinge erzählen?“, „Werde ich mich vor anderen unwohl fühlen?“, „Was denken die anderen über mich?“ - Diese Sorgen sind absolut nachvollziehbar.

Mir ist besonders wichtig, einen geschützten, wertschätzenden und klar strukturierten Rahmen frei von Klischees zu schaffen. Das bedeutet für Sie:

  • Sie entscheiden selbst, wie viel Sie teilen möchten

  • Ihre Grenzen werden jederzeit respektiert

  • Es gibt keinen Druck, sich zu öffnen

Zu Beginn arbeiten wir häufig mit strukturierten, wissenschaftlich fundierten Inhalten (Psychoedukation, Übungen, gemeinsames Verständnis). So entsteht Schritt für Schritt Vertrauen – und Sie können in Ihrem eigenen Tempo ankommen.

Die Gruppen sind bewusst klein gehalten

Die Gruppentherapien finden im Rahmen der Psychotherapie-Richtlinie statt und sind bewusst klein gehalten:

  • 4 bis max. 7 Teilnehmende

  • fester, geschützter Rahmen

  • klare Struktur und therapeutische Anleitung

Diese Gruppengröße ermöglicht sowohl Austausch als auch individuelle Beteiligung.

Aktuell sind zwei Gruppenangebote im Aufbau, für die Sie sich gerne melden können

Auf Basis meiner therapeutischen Erfahrung biete ich aktuell in Kombinationsbehandlung (Einzel- und Gruppentherapie):

  • Gruppentherapie für Erwachsene mit chronischen Erkrankungen

  • Gruppentherapie für Erwachsene mit Depressionen

Oft ist eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie besonders sinnvoll

In der Gruppe profitieren Sie vom Austausch und gemeinsamen Lernen; In der Einzeltherapie ist Raum für Ihre ganz persönlichen Themen. In der Praxis bedeutet das, dass Sie regelmäßige (meist wöchentliche) Gruppensitzungen sowie ergänzend Einzelsitzungen alle 2–4 Wochen haben. So können wir Inhalte aus der Gruppe individuell vertiefen und Ihre Therapie optimal auf Sie abstimmen.

Der Beginn einer Psychotherapie ist oft ein großer Schritt. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich gut informiert und sicher fühlen. Gerne klären wir gemeinsam in einem persönlichen Gespräch, welche Form der Therapie am besten zu Ihnen passt.

Weiterführende Informationen zur Psychotherapie von der Bundespsychotherapeutenkammer erhalten Sie hier.

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